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Sonnenbrillen für Kinder - ja oder nein?

 

 

 

Zu meinem gestrigen Blogartikel über lichtempfindliche Augen haben mich einige Anfragen dazu erreicht, was ich von Sonnenbrillen für Kinder halte.

 

Eine eindeutige, immergültige Antwort auf diese Frage gibt es aus meiner Sicht nicht.

 

 

 

Dennoch beobachte ich einen Trend, bereits sehr jungen Kindern, sobald die Sonne scheint, meist ohne große Begeisterung und mit einfallsreichen Überredungskünsten Sonnenbrillen in vielfältigsten bunten Designs im wahrsten Sinne des Wortes aufs Auge zu drücken.

 

Das stimmt mich nachdenklich.

 

Junge Kinder haben einen sehr natürlichen unvoreingenommenen Umgang mit Sonnenlicht. Wenn Sie Kinder in der Sonne beobachten, werden Sie fröhliche Wesen erkennen, die sich auf ganz natürliche Weise mit ihren Augen von der Sonne abwenden. Sie werden ihre Dosis Sonnenlicht intuitiv wählen und zeitgerecht Schatten aufsuchen, wenn es zu viel wird.

 

Und Kinder lieben ein uneingeschränktes Gesichtsfeld, das übrigens auch für die natürliche Entwicklung des Kinderauges von großer Bedeutung ist.

 

Voraussetzung für diesen uneingeschränkten Aufenthalt im Freien ist, dass wir als Eltern und Betreuungspersonen Plätze des Aufenthalts möglichst dementsprechend wählen. Der mögliche und natürliche Wechsel von Sonne und Schatten macht eine Sonnenbrille für Kinder meist überflüssig und hilft ungefährdet ausreichend Sonnenlicht zu tanken. Gleichzeitig bleibt die Adaptionsfähigkeit, also die Fähigkeit der Augen sich rasch auf unterschiedliche Lichtverhältnisse einzustellen erhalten, und einer Lichtüberempfindlichkeit wird vorgebeugt.

 

Eine hervorragende Alternative zur Sonnenbrille stellen Schildkappen und Sonnenhüte mit Krempe für Kinder dar, die gleichzeitig auch den Kopf schützen und die Augen beschatten.

 

Bei aller Vorsicht, die wir selbstverständlich in Bezug auf schädliche UV-Strahlen nicht nur für unsere Haut, sondern auch für unsere Augen besonders am Wasser, in den Bergen, auf großen betonierten Plätzen ohne Beschattung oder im heißen Süden walten lassen sollen, dürfen wir die wunderbare Kraft des Sonnenlichts, das so lebensnotwendig für uns ist, nicht aus den Augen verlieren!

 

Natürliches Sonnenlicht ist nicht nur für die Bildung von Vitamin D unerlässlich, es möbelt unsere Psyche auf, steigert unsere Leistungsfähigkeit, pusht unser Immunsystem und stellt unsere innere Uhr richtig. Wir können uns also ausmalen, mit welchen Auswirkungen wir rechnen können, wenn wir es nachhaltig aus unserem Leben filtern.

 

Für mich scheint wie sooft: Die Menge macht das Gift.

 

Auf dieser Grundannahme lässt sich sehr rasch ein bewusstes und vertretbares Handling mit der Sonne in unserem Lebensalltag mit Kindern und natürlich auch in unserem eigenen Lebensalltag integrieren.

 

Viel Spaß und Freude für Dich und Deine Sonnenkinder beim Aufenthalt im Freien!

 

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